(aligned bzw. alignment: aus dem Englischen, = Anbindung/ Ausrichtung/ in Einklang sein)
Das schicke Auto, das neue Zuhause, der Traumpartner? – Du musst dich einfach damit ‚alignen‘! In spirituellen Kreisen sprechen wir oft von ‚Alignment‘ als ein in Einklang kommen mit unseren Träumen und Wünschen. Und wann immer wir etwas davon erreichen oder etwas Positives erleben, wird das dann als Beweis für unser Alignment, unsere gute Anbindung, gesehen.
Ich glaube, wenn wir uns damit begnügen, verfehlen wir den Kern der Sache!

Wir alle wissen: Man kann Millionen auf dem Konto haben, im schönsten Haus wohnen, einen attraktiven Partner an der Seite und ein fettes Auto in der Garage… und trotzdem unglücklich sein. Denn echte Erfüllung kommt nicht von dem was wir besitzen. Sondern davon, wie tief wir mit unserem wahren Selbst verbunden sind. Wie sehr wir im Einklang mit unserer innersten Wahrheit leben. Echtes Alignment muss also immer eines beinhalten: unser Selbst.
Wenn uns auf etwas ausrichten was wir uns wünschen, zielen wir auf ein Ergebnis ab. Der Fokus liegt auf der Wunscherfüllung anstatt darauf, tiefer in unser Inneres einzutauchen – hin zu dem, was wir in unserem Kern wirklich sind: unserer innewohnenden Göttlichkeit. Und ja, in diesem Kern herrscht grenzenlose Fülle, unendliche Liebe. Hier sind wir immer zutiefst erfüllt. Und je mehr wir von hier aus leben, desto mehr werden wir das auch in unserer äußeren Welt erfahren. Wohlstand und Erfüllung in allen Bereichen. Die Manifestation unserer Herzenswünsche, sogar jener, derer wir uns noch gar nicht voll bewusst waren.
Auf den ersten Blick mag das also gar nicht so verschieden klingen: Wir richten uns aus und bekommen dann, was wir uns wünschen. Doch dieser scheinbar subtile Unterschied verändert tatsächlich sehr viel. Er verändert den Fokus unserer Entfaltung: Hin zur Welt und dabei unser Selbst entdecken, oder hin zum Selbst und dabei unsere Welt verändern.
Was ich bei Menschen beobachte, deren Fokus vor allem die Wunscherfüllung ist, ist dass oft sehr schnell sichtbare Resultate erzielen. Sie erleben all diese fantastischen Manifestationen und ihr Leben scheint schon bald wirklich großartig zu sein. Was man jedoch nicht sieht, ist ob all das sie tatsächlich auch erfüllt.
Das Problem dabei sind nicht die Wünsche ansich. Die Frage ist: von wo in uns kommen sie? Wünsche ohne das Selbst, die von unserer innersten Wahrheit losgelöst sind, führen zu Ablenkung enden häufig in einer permanenten Jagd im Außen. Und hey, es ist so leicht, sich in der Euphorie äußerer Erfolge zu verlieren und das mit einer besseren Anbindung zu verwechseln. Erfolg kann zur überzeugendsten Ablenkung von unserem Selbst werden. Und wenn greifbare Erfolge wichtiger werden als ein Leben im Einklang mit unserer innersten Wahrheit, dann haben wir eine ganz neue Ebene des Egos geschaffen. Eines, das oberflächlich betrachtet super spirituell, erfolgreich und in der Fülle ist – und innerlich dennoch abgeschnitten bleibt.
Außerdem neigen Menschen die schnelle Erfolge erzielen dazu, das auf das zurückzuführen was sie getan haben, auf eine bestimmte Herangehensweise. Und ja, Methoden können sehr hilfreich sein. Aber irgendwann müssen wir uns entscheiden: Bin ich bereit, das Werkzeug loszulassen, das mir so viel gebracht hat, um endlich der wahren Quelle meiner Macht zu begegnen? Denn wenn wir das nicht tun, wird diese Methode immer zwischen dem selbst und dem Selbst stehen. Zwischen dem Menschen und dem Göttlichen in uns. Unbemerkt, weil sie so gut funktioniert. Und der Meister wird zum Sklaven seines eigenen Werkzeugs. Die wahre Prüfung unseres Alignment, unserer Anbindung beginnt, wenn das was funktioniert uns davon abhält, die Verbindung zu unserer eigenen Göttlichkeit zu vertiefen.
Also lieber den ganzen Tag zu Hause sitzen und meditieren, Schattenarbeit oder irgendeine andere Art von innerer Arbeit machen? – Ganz klar nein! Das ist tatsächlich die größte Stolperfalle des inneren Weges: das Selbst nicht wirklich auszuleben und zum Ausdruck zu bringen. Im Reparaturmodus stecken zu bleiben oder sich irgendwo in den inneren Welten zu verlieren. Weil wir tief im Inneren glauben, dass wir erst vollständig geheilt sein müssten, um die wirklich schönen Dinge erfahren zu können. Aber das ist nur eine verzerrte Überzeugung eines Teils in uns, der sich nicht vollkommen würdig fühlt. – Schließlich kennen wir alle Menschen, die innerlich völlig verkorkst sind, aber dennoch ein fantastisches äußeres Leben haben.
Ein großer Schmerzpunkt derer, die sich vor allem auf die Rückverbindung mit ihrer innersten Wahrheit fokussieren, zeigt sich wenn sie sich mit Menschen vergleichen, deren Priorität die Wunscherfüllung ist. Denn nicht alle Anzeichen einer tieferen Anbindung sind für andere offensichtlich. Wenn wir uns auf das Selbst ausrichten, ist das Erste was sich zeigt meist nicht ein Privatjet, sondern tiefer innerer Frieden. Also lasst uns aufhören, Alignment nur an sichtbaren Erfolgen zu messen.
Und nur weil dir das Gefühl in Dir angekommen zu sein mehr bedeutet als eine Gucci-Handtasche, verwirf bitte nicht alle Wünsche als Ausdruck des Egos. Oder lehne weltlichen Erfolg als oberflächlich oder gar schlecht ab. Wünsche sind etwas Wunderbares. Durch sie treibt uns das Göttliche in uns voran. Und diese physische Welt ist dazu da, genossen zu werden. Also geh hinaus und lebe dein Leben! Genieße es in vollen Zügen. Dein wahres Selbst macht sich nicht klein! Das ist nur eine weitere Lüge des Egos. Reich, glücklich, erfolgreich – all das wünsche ich dir. Und dein Selbst tut es auch.
Die tiefste Wahrheit darüber wer wir sind, ist frei, ist reich, ist erfüllt. Pure Liebe und Lebendigkeit. Das ist es, was durch uns alle erfahren und zum Ausdruck gebracht werden möchte.
Und vielleicht ist Alignment einfach der Prozess, in dem wir diese Wahrheit mehr und mehr verkörpern. Ein Weg der ständigen Verfeinerung, der endlosen Expansion, auf dem wir unserem Selbst immer wieder neu begegnen, tiefer und tiefer.




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